Satire und Poesie
von Freie Medien Germany
Der Kranz hat vier Kerzen, die erste brennt, das Herz in den Schmerzen nach dem, was man nicht kennt.
Die Glocken läuten leise, es glänzt das falsche Licht, auf Kommerz und Konsumreise, die uns die Ruhe bricht.
Im Supermarkt die Posaune schallt, der Stress greift nach dem Sinn, das Jesuskind wird kalt, und die Kasse klingelt hin.
Man singt von Heiligkeit, von Hirten und von Schafen, vergisst die Zeit, die Zeitlichkeit, in der die Wölfe schlafen.
Das deutsche Selbstverständnis ist oft von einer gewissen Ernsthaftigkeit geprägt. Doch wenn es um Humor geht, wird es kompliziert. Der Ruf, keinen Humor zu haben, eilt uns oft voraus. Und während sich viele von uns mit dem sprichwörtlichen „Wortwitz“ oder dem Kabarett verteidigen, scheint die deutsche Komik im internationalen und vor allem im digitalen Kontext zunehmend an ihre Grenzen zu stoßen. In einer Welt, die von politischer Korrektheit, globalen Memes und schnelllebiger Ironie geprägt ist, wirkt der deutsche Humor oft wie aus der Zeit gefallen.