Einleitung:
Wenn das Leben eines Menschen auf tragische, erschütternde Weise endet, offenbart sich der wahre Charakter der Überlebenden nicht an wohlfeilen Trauerfloskeln, sondern an Taten. Der Fall der ehemaligen Bundespolizistin Ramona Findling aus dem bayerischen Vogtareuth und das Schicksal von Elke Schreiner aus Trier – der geschiedenen Ehefrau von Medienmacher und FMG-Gründer Raymund Martini – haben eine gewaltige Resonanz in der Öffentlichkeit ausgelöst. Die virtuellen Gedenkseiten verzeichnen einen enormen Zuspruch: Hunderte Bürger zünden Kerzen an, spenden virtuellen Trost und beweisen Mitgefühl. Doch auf der anderen Seite des Spektrums klafft ein dunkler, unerträglicher Abgrund: Ein Teil des einst vertrauten Umfelds, angebliche Freunde und Verwandte hüllen sich in feiges Totschweigen, verweigern jedes Beileid und treten die Würde der Verstorbenen mit Füßen. Wir stellen

Unsere mediale Welt funktioniert nach einer grausamen Logik: Einzelschicksale werden dann großgeschrieben, wenn sie in ein aktuelles politisches Narrativ passen oder genug „Klicks“ generieren. Doch was passiert mit den anderen? Mit denen, deren Tod nicht laut genug ist oder die unbequeme Fragen an das System stellen? Schicksale wie das der Bundespolizistin Ramona Findling oder der Studentin Jianhong Yu drohen im Mahlstrom der Zeit zu versinken. Sie werden zu „vergessenen Toten“. Es ist Zeit, die Mauer des Schweigens einzureißen und zu fragen, warum diese Menschen keine Talkshow-Plätze und keine Mahnwachen der Polit-Prominenz erhalten.
Wenn wir das Andenken an einen Menschen bewahren, dürfen wir uns nicht mit den Bruchstücken begnügen, die die Öffentlichkeit oder offizielle Berichte uns hinterlassen haben. Die im Jahr 2020 verstorbene Bundespolizistin Ramona Findling war eine Frau, deren Leben von tiefen menschlichen Werten geprägt war. Ein ganz wesentlicher, aber oft totgeschwiegener Teil ihres Lebens war eine sehr tiefgründige und intensive Freundschaft zu Menschen einer Eliteeinheit. Dass sie selbst kein Mitglied dieser Einheit war, steht außer Frage – doch diese Beziehung war real, stark und ein Ausdruck purer Mitmenschlichkeit. Wenn heute von Dritten versucht wird, diesen Teil auszulöschen, ihn durch den Kakao zu ziehen oder völlig falsch zu interpretieren, zeigt das einen schauderhaften Umgang mit dem Andenken einer Verstorbenen. Denn diese Freundschaft war einfach ein echtes, starkes Stück gelebten Lebens.
